Taifun – Entstehung, Auswirkungen und Herausforderungen eines gewaltigen Naturphänomens
Jedes Jahr sorgen gewaltige Stürme im Pazifik für Verwüstung, Angst und enorme wirtschaftliche Schäden. Wir nennen sie Taifune.
Vielleicht verbindest du mit Taifunen dramatische Fernsehbilder von überschwemmten Straßen, umgestürzten Hochhäusern oder Menschen, die sich gegen heftige Windböen stemmen. Doch hinter diesen Bildern steckt mehr als nur extremes Wetter. Ein Taifun ist das Ergebnis komplexer physikalischer Prozesse und gleichzeitig eine ernsthafte Bedrohung für Millionen von Menschen.
Gerade in Zeiten des Klimawandels wird dieses Thema immer wichtiger. Denn während sich die Erde erwärmt, verändern sich auch die Bedingungen über den Ozeanen. Deshalb lohnt es sich, genauer hinzusehen. Wie entstehen Taifune? Warum sind manche besonders zerstörerisch? Und wie kannst du dich schützen, wenn du in einer gefährdeten Region lebst oder dorthin reist?
In diesem Artikel erhältst du einen umfassenden Überblick – von der Entstehung bis zu konkreten Schutzmaßnahmen.
Inhaltsverzeichnis
Was ist ein Taifun?
Ein Taifun ist ein tropischer Wirbelsturm, der sich im Westpazifik bildet und bei dem Windgeschwindigkeiten von mindestens 118 km/h erreicht werden.
Doch diese nüchterne Definition greift zu kurz. In der Praxis handelt es sich um ein hochkomplexes Wettersystem, das enorme Energiemengen freisetzt und innerhalb weniger Stunden ganze Küstenregionen verändern kann. Ein Taifun entsteht über warmem Ozeanwasser und bezieht seine Kraft aus der Verdunstung und der dabei freigesetzten Wärme. Solange er sich über warmem Wasser befindet, kann er sich weiter verstärken.
Typisch für einen Taifun ist seine kreisförmige Struktur. Im Zentrum befindet sich das sogenannte Auge, ein relativ ruhiger Bereich mit oft klarem Himmel. Um dieses Auge herum liegt die sogenannte Augenwand. Dort treten die stärksten Winde und heftigsten Niederschläge auf. Je besser diese Struktur ausgeprägt ist, desto stärker ist in der Regel der Sturm.
Wichtig ist außerdem: Ein Taifun ist kein einzelnes Gewitter, sondern ein großräumiges System mit einem Durchmesser von mehreren Hundert Kilometern. Selbst wenn das Auge nicht direkt über einer Region zieht, können die äußeren Regenbänder starke Schäden verursachen.
Globale Einordnung
Auch wenn wir hier von einem "Taifun" sprechen, handelt es sich meteorologisch um dasselbe Phänomen wie bei einem Hurrikan oder Zyklon. Der einzige Unterschied liegt im Entstehungsgebiet:
- Im westlichen Pazifik heißt der Sturm Taifun.
- Im Atlantik und im östlichen Pazifik spricht man von Hurrikan.
- Im Indischen Ozean nennt man ihn Zyklon.
Sie alle gehören zur Kategorie der tropischen Wirbelstürme. Ausschlaggebend sind dabei die Windgeschwindigkeit, die geschlossene Zirkulation und die Energiezufuhr durch warmes Meerwasser.
Wann wird ein Sturm zum Taifun?
Nicht jedes tropische Tiefdruckgebiet ist automatisch ein Taifun. Meteorologinnen und Meteorologen unterscheiden mehrere Entwicklungsstufen:
- Tropische Depression – erste organisierte Gewitter mit geschlossener Zirkulation
- Tropischer Sturm – stärkere Winde, das System erhält einen Namen
- Taifun – anhaltende Windgeschwindigkeit ab 118 km/h
Wenn ein Sturm extrem hohe Windgeschwindigkeiten erreicht, wird er als "Supertaifun" bezeichnet. Diese besonders intensiven Systeme gehören zu den stärksten Stürmen weltweit.
Größe und Reichweite
Ein weiterer wichtiger Punkt ist die räumliche Ausdehnung. Ein Taifun kann einen Durchmesser von 300 bis 1.000 Kilometern erreichen. Das bedeutet, dass selbst Regionen, die weit vom Zentrum entfernt liegen, von Starkregen, Sturmfluten und starken Böen betroffen sein können.
Außerdem bewegen sich Taifune meist mit einer Geschwindigkeit von 10 bis 30 km/h fort. Dadurch können sie über Stunden oder sogar Tage hinweg starke Niederschläge über derselben Region abladen. Genau das führt häufig zu schweren Überschwemmungen.
Warum sind Taifune so gefährlich?
Ein Taifun kombiniert mehrere Gefahren gleichzeitig:
- Extreme Windgeschwindigkeiten
- Heftige Regenfälle
- Sturmfluten an Küsten
- Mögliche Erdrutsche in Bergregionen
Diese Kombination macht ihn so zerstörerisch. Während der Wind Gebäude beschädigt, sorgt der Regen für Überschwemmungen. Gleichzeitig drückt der Sturm das Meer gegen die Küste und lässt den Wasserspiegel stark ansteigen.
Wenn du also von einem Taifun hörst, geht es nicht nur um "starken Wind". Es handelt sich um ein komplexes Naturereignis mit enormer Energie, das mit mehreren Atombomben pro Tag vergleichbar ist – allerdings in Form von freigesetzter Wärmeenergie im atmosphärischen Kreislauf.
Zusammengefasst ist ein Taifun ein mächtiges, rotierendes Sturmsystem über tropischen Meeren, das durch warmes Wasser angetrieben wird und durch Wind, Regen und Sturmfluten massive Schäden verursachen kann. Je besser du seinen Aufbau und seine Entstehung verstehst, desto besser kannst du seine Risiken einschätzen.
Wie entsteht ein Taifun?
Die Entstehung eines Taifuns beginnt nicht plötzlich, sondern entwickelt sich schrittweise aus einem zunächst gewöhnlichen Wettergeschehen über dem Ozean. Damit sich ein solcher Sturm bilden kann, müssen mehrere Bedingungen gleichzeitig erfüllt sein. Erst wenn diese Faktoren zusammenspielen, entsteht aus einem tropischen Tiefdruckgebiet ein rotierendes, hochenergetisches Sturmsystem.
Grundsätzlich entsteht ein Taifun über warmem Meerwasser in den Tropen. Dort erwärmt die Sonne die Wasseroberfläche stark. Das warme Wasser gibt kontinuierlich Feuchtigkeit an die darüberliegende Luft ab. Diese feuchtwarme Luft ist leichter als die kühlere Umgebungsluft und steigt auf. Genau hier beginnt der eigentliche Prozess.
Die Anfangsphase: Aufsteigende Warmluft
Wenn warme, feuchte Luft aufsteigt, kühlt sie in den höheren Luftschichten ab. Dabei kondensiert der enthaltene Wasserdampf zu Wolken und es entstehen kräftige Gewitterzellen. Dieser Vorgang setzt sogenannte latente Wärme frei. Diese zusätzliche Wärme verstärkt den Auftrieb weiter.
Gleichzeitig sinkt am Boden der Luftdruck, da Luft nach oben steigt. Dadurch strömt von allen Seiten neue Luft in das entstehende Tiefdruckgebiet nach. Dieser ständige Zustrom verstärkt das System immer weiter.
Allerdings entsteht nicht aus jedem Gewittercluster automatisch ein Taifun. Entscheidend ist, ob die Umgebungsbedingungen stabil bleiben und den Prozess unterstützen.
Die notwendige Wassertemperatur
Ein zentraler Faktor ist die Temperatur der Meeresoberfläche. Das Wasser muss eine Temperatur von mindestens 26 bis 27 Grad Celsius haben – und zwar nicht nur an der Oberfläche, sondern auch in einigen Dutzend Metern Tiefe.
Warum ist das wichtig? Wenn das Wasser nur oberflächlich warm ist, kann sich der Sturm durch Durchmischung schnell selbst abkühlen. Ist jedoch auch das darunterliegende Wasser warm, bleibt die Energiequelle stabil.
Je wärmer das Meer ist, desto mehr Energie steht zur Verfügung. Deshalb können sich Taifune in besonders warmen Jahren schneller intensivieren. Sobald sie jedoch auf kühleres Wasser treffen oder über Land ziehen, verlieren sie an Kraft, weil die Energiezufuhr abrupt abbricht.
Die Rolle der Corioliskraft
Neben Wärme benötigt ein Taifun auch Rotation. Diese entsteht durch die Erdrotation und die sogenannte Corioliskraft.
Wenn Luft in ein Tiefdruckgebiet einströmt, wird sie durch die Erdrotation abgelenkt. Auf der Nordhalbkugel dreht sich das System dabei gegen den Uhrzeigersinn. Ohne diese Kraft würde die Luft einfach gerade ins Zentrum strömen, sodass sich kein rotierender Wirbel bilden könnte.
Deshalb entstehen Taifune nicht direkt am Äquator. Dort ist die Corioliskraft zu schwach. In der Regel bilden sie sich mindestens fünf Breitengrade nördlich oder südlich des Äquators.
Geringe Windscherung als Schlüsselbedingung
Ein weiterer entscheidender Faktor ist die sogenannte Windscherung. Damit sind starke Unterschiede in Windrichtung oder Windgeschwindigkeit zwischen verschiedenen Höhenlagen der Atmosphäre gemeint.
Ist die Windscherung zu stark, wird das entstehende System auseinandergerissen. Die Gewitterzellen können sich dann nicht um ein gemeinsames Zentrum organisieren.
Sind die Höhenwinde hingegen schwach, bleibt das System vertikal stabil. Dann kann sich die Energie symmetrisch um das Zentrum bündeln – ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Taifunbildung.
Vom tropischen Tief zum organisierten Wirbel
Sobald sich mehrere Gewitterzellen dauerhaft um ein gemeinsames Tiefdruckzentrum gruppieren, wird die Struktur klarer. Meteorologinnen und Meteorologen sprechen in diesem Stadium von einer tropischen Depression.
Verstärken sich die Winde weiter und werden anhaltende Windgeschwindigkeiten von über 63 km/h erreicht, wird das System als tropischer Sturm eingestuft und erhält einen offiziellen Namen.
Ab Windgeschwindigkeiten von über 118 km/h spricht man von einem Taifun. Ab diesem Zeitpunkt besitzt das System eine klar erkennbare Spiralstruktur mit ausgeprägten Regenbändern.
Die Ausbildung des Auges
Mit zunehmender Intensität bildet sich im Zentrum ein sogenanntes Auge. Dort sinkt die Luft langsam ab, wodurch sich die Wolken auflösen und relativ ruhige Bedingungen entstehen.
Rund um dieses Auge liegt jedoch die Augenwand. Hier treten die stärksten Winde und intensivsten Niederschläge auf. Je symmetrischer und klarer das Auge ausgeprägt ist, desto stärker ist in der Regel der Taifun.
Rapid Intensification – schnelle Verstärkung
Es wird besonders gefährlich, wenn ein Sturm eine Phase der raschen Intensivierung durchläuft. Dabei können die Windgeschwindigkeiten innerhalb von 24 Stunden drastisch ansteigen.
Solche Prozesse treten vor allem dann auf, wenn:
- das Meer außergewöhnlich warm ist
- kaum Windscherung herrscht
- viel Feuchtigkeit in der Atmosphäre vorhanden ist
Für die betroffenen Regionen bedeutet das oft, dass sie weniger Zeit für die Vorbereitung haben, da sich der Sturm schneller verstärkt als ursprünglich prognostiziert.
Was stoppt einen Taifun?
Ein Taifun bleibt nur so lange stark, wie er mit Energie versorgt wird. Trifft er auf Land, verliert er den Kontakt zum warmen Meerwasser. Dadurch bricht die Energiezufuhr ab.
Auch kühlere Meeresregionen oder eine starke Windscherung schwächen das System deutlich. Schließlich löst sich der Wirbel auf oder wandelt sich in ein außertropisches Tiefdrucksystem um.
Zusammengefasst
Ein Taifun entsteht also nicht zufällig. Er benötigt:
- Warmes Meerwasser als Energiequelle
- Aufsteigende feuchte Luft
- Sinkenden Luftdruck
- Die Corioliskraft zur Rotation
- Geringe Windscherung für Stabilität
Erst wenn all diese Bedingungen zusammenkommen, entwickelt sich aus einem tropischen Gewittercluster ein mächtiger, rotierender Sturm. Je günstiger die Umstände sind, desto schneller und stärker kann dieser Prozess ablaufen.
Wenn du diese Mechanismen verstehst, erkennst du auch, warum bestimmte Regionen besonders gefährdet sind und wie sich Veränderungen im Klima direkt auf die Intensität solcher Stürme auswirken können.
Hauptverbreitungsgebiete von Taifunen
Taifune treten vor allem im westlichen Pazifik auf und betreffen regelmäßig bestimmte Länder und Regionen.
Dieses Gebiet gilt als das weltweit aktivste Entstehungszentrum für tropische Wirbelstürme. Während im Atlantik pro Jahr im Durchschnitt etwa 10 bis 15 benannte Stürme entstehen, sind es im westlichen Pazifik häufig 25 bis 30, was vor allem an der enormen Ausdehnung des warmen Ozeanwassers in dieser Region liegt.
Der westliche Pazifik bietet mit großen zusammenhängenden Meeresflächen mit hohen Temperaturen, geringer Windscherung in bestimmten Jahreszeiten und stabilen tropischen Luftmassen ideale Bedingungen. Dadurch entstehen hier nicht nur besonders viele, sondern auch besonders starke Stürme.
Geografische Lage des Entstehungsgebiets
Die meisten Taifune entstehen östlich der Philippinen über dem offenen Pazifik. Von dort aus ziehen sie typischerweise westwärts oder nordwestwärts. Ihre genaue Zugbahn hängt von den Hoch- und Tiefdruckgebieten in der Atmosphäre ab, die wie ein Lenkmechanismus wirken.
Häufige Entstehungszonen liegen:
- östlich der Philippinen
- südlich von Japan
- im Südchinesischen Meer
- in der Nähe der Marianen
Diese Gebiete bieten einerseits ausreichend warmes Wasser und andererseits genügend Abstand vom Äquator, sodass die Corioliskraft wirken kann.
Besonders betroffene Länder
Zu den Ländern, die am stärksten betroffen sind, zählen die Philippinen, Japan, China und Taiwan.
Philippinen
Die Philippinen liegen direkt im sogenannten "Taifungürtel". Dort treffen
jährlich durchschnittlich 15 bis 20 tropische Stürme auf Land. Mehrere davon erreichen Taifunstärke. Aufgrund
seiner geografischen Lage – viele Inseln mit langen Küstenlinien – ist das Land besonders exponiert.
China
Vor allem die südlichen und östlichen Küstenprovinzen Chinas sind regelmäßig
betroffen. Die Regionen rund um das Südchinesische Meer erleben häufig Sturmfluten und starke Regenfälle. Die
dichte Besiedlung und die wirtschaftliche Bedeutung dieser Küstenregionen führen gleichzeitig zu hohen
Schadenssummen.
Taiwan
Taiwan liegt auf der typischen Zugbahn vieler Taifune. Die gebirgige Topografie
verstärkt die Niederschläge häufig, was wiederum zu Überschwemmungen und Erdrutschen führt.
Japan
Auch Japan erlebt jedes Jahr mehrere Taifune, insbesondere im Süden und entlang der
Pazifikküste. Dank seiner modernen Infrastruktur und ausgefeilten Frühwarnsysteme kann das Land viele Schäden
jedoch begrenzen.
Weitere betroffene Regionen
Neben den Hauptbetroffenen erreichen Taifune gelegentlich auch:
- Vietnam
- Südkorea
- Teile von Malaysia
- die Inselgruppen im westlichen Pazifik wie Guam
Manche Stürme ziehen später nordwärts und entwickeln sich zu außertropischen Tiefdruckgebieten, die sogar noch Auswirkungen auf weit entfernte Regionen haben können.
Saisonale Häufung
Die Taifunsaison dauert in der Regel von Mai bis November, die meisten Stürme treten jedoch zwischen Juli und Oktober auf.
In diesen Monaten erreicht die Meeresoberfläche ihre höchsten Temperaturen. Gleichzeitig sind die atmosphärischen Bedingungen besonders günstig. Dadurch steigt die Wahrscheinlichkeit für die Entstehung tropischer Wirbelstürme deutlich an.
Der Höhepunkt der Saison liegt meist im Spätsommer. In dieser Phase treten besonders viele starke Taifune auf.
Allerdings gibt es keinen festen "Start" oder "Ende". Im westlichen Pazifik ist die Saison weniger klar abgegrenzt als im Atlantik. In Einzelfällen können sich Taifune auch außerhalb der Hauptsaison bilden, wenn die Bedingungen stimmen.
Klimatische Einflüsse auf die Verbreitung
Großräumige Klimaphänomene wie El Niño und La Niña beeinflussen die Entstehungsgebiete und Zugbahnen von Taifunen.
In El-Niño-Jahren verschieben sich die Entstehungszonen oft weiter nach Osten in den Pazifik. Dadurch können sich die Zugbahnen verändern, wodurch wiederum andere Regionen stärker oder schwächer betroffen sind.
In La-Niña-Phasen bilden sich Taifune dagegen häufiger näher an Südostasien, sodass Länder wie die Philippinen besonders stark betroffen sein können.
Warum gerade der westliche Pazifik?
Der westliche Pazifik ist das größte zusammenhängende tropische Meeresgebiet der Erde. Er speichert enorme Wärmemengen und bietet damit ideale Voraussetzungen für die Entstehung intensiver Stürme.
Zudem gibt es hier weniger Landmassen, die die entstehenden Systeme frühzeitig abschwächen könnten. Ein Sturm kann sich über Tausende Kilometer offenen Wassers entwickeln, bevor er auf Land trifft. Dadurch erreichen viele Taifune eine enorme Stärke.
Zusammengefasst
Die Hauptverbreitungsgebiete von Taifunen liegen im westlichen Pazifik, insbesondere rund um die Philippinen, China, Taiwan und Japan. Die meisten Stürme entstehen zwischen Mai und November, wobei der Höhepunkt im Spätsommer erreicht wird.
Regionale Klimaschwankungen beeinflussen zusätzlich, wo sich Taifune bilden und welche Länder besonders stark betroffen sind.
Wenn du in einer dieser Regionen lebst oder dorthin reist, solltest du die saisonalen Risiken kennen. Denn geografische Lage und Jahreszeit entscheiden maßgeblich darüber, wie wahrscheinlich ein Taifun ist und wie gut du dich darauf vorbereiten solltest.
Auswirkungen eines Taifuns
Die Folgen eines Taifuns gehen weit über starke Winde hinaus und betreffen nahezu alle Lebensbereiche.
Oft denken wir dabei zuerst an umgestürzte Bäume oder beschädigte Dächer. Doch in Wirklichkeit wirkt ein Taifun wie ein Zusammenspiel mehrerer Naturgewalten. Wind, Regen, Sturmflut und Erdrutsche treten häufig parallel auf. Genau diese Kombination macht die Situation so gefährlich.
Hinzu kommt, dass die Auswirkungen nicht mit dem Abzug des Sturms enden. Viele Schäden zeigen sich erst Tage oder Wochen später.
Zerstörung von Infrastruktur
Zu den ersten Opfern eines starken Taifuns gehören Gebäude, Straßen und Stromleitungen.
Extreme Windgeschwindigkeiten können Dächer abdecken, Fenster zertrümmern und sogar massive Bauwerke beschädigen. Besonders gefährdet sind einfache Wohnhäuser aus leichten Baumaterialien. In dicht besiedelten Küstenregionen reißen herumfliegende Trümmer weitere Strukturen mit sich.
Gleichzeitig brechen Strommasten zusammen, Hochspannungsleitungen reißen ab und Mobilfunknetze fallen aus. Dadurch verlieren viele Menschen nicht nur Licht und Elektrizität, sondern auch die Möglichkeit zu kommunizieren. Rettungsdienste stehen dann vor erheblichen Herausforderungen.
Straßen werden durch umgestürzte Bäume blockiert oder durch Überschwemmungen unpassierbar. Brücken können unterspült werden. In schwer betroffenen Regionen dauert es Tage oder sogar Wochen, bis die Infrastruktur wieder vollständig funktionsfähig ist.
Überschwemmungen und Sturmfluten
Besonders gefährlich sind die massiven Regenfälle und Sturmfluten, durch die ganze Landstriche überflutet werden können.
Ein Taifun transportiert enorme Mengen Feuchtigkeit. Wenn er auf Land trifft, regnet es oft stunden- oder sogar tagelang in intensiven Schauern. Flüsse treten über die Ufer, Kanalisationen werden überlastet und ganze Stadtviertel stehen unter Wasser.
Noch dramatischer kann eine Sturmflut sein. Dabei drückt der starke Wind das Meer in Richtung Küste. Der Wasserspiegel steigt plötzlich um mehrere Meter an. Küstengebiete werden überschwemmt, Deiche brechen und Salzwasser dringt tief ins Landesinnere vor.
Diese Kombination aus Starkregen und Sturmflut verstärkt die Zerstörung erheblich. Selbst Regionen, die nicht direkt vom Auge des Sturms getroffen werden, können schwere Überflutungen erleben.
Menschliche Folgen
Neben materiellen Schäden hinterlassen Taifune oft auch menschliches Leid in Form von Verletzten, Todesopfern und Obdachlosigkeit.
Viele Menschen müssen ihre Häuser kurzfristig verlassen. Evakuierungen verlaufen nicht immer reibungslos – vor allem, wenn Straßen bereits blockiert sind. In manchen Fällen überrascht ein Sturm die Bevölkerung schneller als erwartet.
Darüber hinaus entstehen indirekte Risiken. Überschwemmtes Wasser kann Krankheiten übertragen. Mangelnde Hygiene in Notunterkünften erhöht das Infektionsrisiko. Verletzungen durch Trümmer oder umstürzende Gegenstände sind ebenfalls eine häufige Folge.
Auch psychische Belastungen spielen eine große Rolle. Der Verlust des eigenen Zuhauses oder von geliebten Menschen hinterlässt tiefe Spuren. Kinder reagieren oft besonders sensibel auf solche traumatischen Ereignisse.
Wirtschaftliche Schäden
Die wirtschaftlichen Verluste nach einem schweren Taifun belaufen sich oft auf mehrere Milliarden.
Landwirtschaftliche Flächen werden überschwemmt, Ernten zerstört und Viehbestände getötet. Fischerboote sinken oder werden schwer beschädigt. Für viele Familien bedeutet das den Verlust ihrer Lebensgrundlage.
Industriebetriebe müssen ihre Produktion einstellen, wenn die Stromversorgung oder die Lieferketten unterbrochen sind. Häfen schließen und Flughäfen bleiben gesperrt. Dadurch kann der internationale Handel kurzfristig ins Stocken geraten.
Besonders hart trifft es Entwicklungsländer. Dort fehlen oft finanzielle Rücklagen und stabile Versicherungsstrukturen. Der Wiederaufbau dauert in diesen Ländern deutlich länger als in wirtschaftlich starken Staaten.
Langfristige Umweltfolgen
Neben den unmittelbaren Schäden verändert ein Taifun oft auch die Umwelt.
So können starke Regenfälle beispielsweise Böden abtragen und landwirtschaftliche Flächen unbrauchbar machen. Erdrutsche zerstören Vegetation und verändern Landschaften dauerhaft. Korallenriffe und Mangrovenwälder werden durch Sturmfluten geschädigt.
Wenn Salzwasser ins Landesinnere gelangt, können Trinkwasserquellen verunreinigt werden. In Küstenregionen bleiben Böden oft über längere Zeit versalzen, was den Anbau erschwert.
Gleichzeitig können zerstörte Industrieanlagen Umweltverschmutzungen verursachen, wenn Chemikalien oder Öl austreten.
Auswirkungen auf den Alltag
Ein Taifun kann den Alltag von Millionen Menschen schlagartig verändern. Schulen werden geschlossen, Unternehmen stellen den Betrieb ein und öffentliche Verkehrsmittel fahren nicht mehr.
Selbst nach dem Sturm bleibt der Ausnahmezustand bestehen. Die Menschen warten auf Hilfsgüter, Reparaturen oder staatliche Unterstützung. Der Wiederaufbau von Häusern, Straßen und Versorgungsnetzen kann Monate oder sogar Jahre dauern.
In besonders betroffenen Regionen gehören solche Erfahrungen leider zum wiederkehrenden Lebensrisiko.
Die Auswirkungen eines Taifuns sind vielschichtig und reichen weit über starke Winde hinaus.
- Infrastruktur wird zerstört
- Überschwemmungen gefährden ganze Regionen
- Menschen verlieren ihr Zuhause
- Wirtschaftliche Schäden entstehen in enormem Ausmaß
- Umwelt und Landschaft verändern sich nachhaltig
Bei der Einschätzung der Risiken eines Taifuns solltest du immer das Gesamtbild betrachten. Es geht nicht nur um den Sturm selbst, sondern um ein komplexes Ereignis mit kurz- und langfristigen Folgen. Je besser du diese verstehst, desto bewusster kannst du dich vorbereiten und Gefahren minimieren.
Der Klimawandel und seine Rolle
Mit steigenden Meerestemperaturen rückt die Frage in den Mittelpunkt, ob der Klimawandel Taifune intensiver und gefährlicher macht.
Diese Diskussion ist keineswegs theoretischer Natur. Denn Taifune beziehen ihre Energie direkt aus warmem Meerwasser. Wenn sich die Ozeane erwärmen, verändert sich also genau die Grundlage, auf der diese Stürme entstehen und sich verstärken. Gleichzeitig beeinflusst der Klimawandel viele weitere Faktoren, die bei der Entwicklung tropischer Wirbelstürme eine Rolle spielen.
Schauen wir uns deshalb genauer an, welche Zusammenhänge Forschende aktuell beobachten.
Wärmere Ozeane als Treibstoff
Der offensichtlichste Zusammenhang besteht in der steigenden Meerestemperatur. Seit Jahrzehnten speichern die Ozeane den Großteil der durch Treibhausgase entstehenden zusätzlichen Wärme.
Wärmeres Wasser bedeutet mehr Energie für aufsteigende Luftmassen. Dadurch steigt die Wahrscheinlichkeit, dass sich Stürme schneller intensivieren. Besonders auffällig ist die Zunahme von sogenannten Rapid-Intensification-Ereignissen. Dabei gewinnt ein Sturm innerhalb von 24 Stunden massiv an Stärke.
Das Problem dabei ist: Je schneller ein Taifun stärker wird, desto weniger Zeit bleibt für Warnungen und Evakuierungen. Für Küstenregionen erhöht sich dadurch das Risiko erheblich.
Mehr Niederschlag durch wärmere Luft
Wärmere Luft kann mehr Feuchtigkeit aufnehmen. Pro Grad Celsius Erwärmung steigt die mögliche Wasserdampfmenge in der Atmosphäre deutlich an.
Was bedeutet das konkret? Wenn ein Taifun auf Land trifft, kann er heute oft größere Regenmengen abladen als noch vor einigen Jahrzehnten. Dadurch erhöht sich die Gefahr von Überschwemmungen, Erdrutschen und Hochwasser in Flüssen.
In vielen Regionen beobachten Wissenschaftler:innen bereits intensivere Starkregenereignisse im Zusammenhang mit tropischen Stürmen.
Intensität statt Anzahl?
Eine zentrale Frage lautet: Gibt es durch den Klimawandel mehr Taifune?
Die Forschung zeigt bisher kein eindeutiges Bild hinsichtlich der Gesamtanzahl. In manchen Regionen bleibt die Zahl der Stürme relativ stabil. Entscheidend scheint vielmehr ihre Intensität zu sein.
Viele Klimamodelle deuten darauf hin, dass der Anteil besonders starker Stürme zunehmen wird. Das heißt: Selbst wenn die Gesamtzahl nicht stark ansteigt, könnten mehr Taifune die höchste Kategorie erreichen.
Für betroffene Regionen bedeutet das höhere Schäden, selbst wenn die Anzahl der Ereignisse ähnlich bleibt.
Veränderung der Zugbahnen
Ein weiterer möglicher Effekt betrifft die Zugbahnen. Klimaveränderungen beeinflussen die großräumigen Luftströmungen in der Atmosphäre. Dadurch können sich die Gebiete, in denen sie entstehen, und ihre typischen Routen verschieben.
In einigen Studien wird untersucht, ob Taifune heute weiter polwärts auftreten als früher. Das würde bedeuten, dass Regionen betroffen wären, die bisher seltener mit solchen Stürmen rechnen mussten.
Noch ist die Datenlage jedoch komplex. Dennoch zeigt sich bereits jetzt: Klimaveränderungen wirken sich nicht nur auf die Stärke, sondern möglicherweise auch auf die geografische Verteilung aus.
Steigender Meeresspiegel verstärkt Sturmfluten
Neben Wind und Regen spielt auch der Meeresspiegel eine entscheidende Rolle. Durch das Abschmelzen von Gletschern und die thermische Ausdehnung des Wassers steigt er kontinuierlich an.
Selbst wenn ein Taifun gleich stark bleibt wie früher, trifft seine Sturmflut heute auf ein höheres Ausgangsniveau. Das bedeutet, dass Küstenregionen schneller und weiter überflutet werden.
Ein paar zusätzliche Zentimeter können darüber entscheiden, ob Deiche halten oder brechen. Dadurch erhöht sich das Risiko für Millionen Menschen in flachen Küstengebieten.
Unsicherheiten und laufende Forschung
Trotz zahlreicher Hinweise bleiben Unsicherheiten bestehen. Tropische Wirbelstürme sind äußerst komplexe Systeme, die von zahlreichen Faktoren beeinflusst werden.
Klimamodelle werden zwar ständig verbessert, doch regionale Vorhersagen bleiben schwierig. Außerdem schwanken Taifun-Aktivitäten natürlicherweise von Jahr zu Jahr, beispielsweise durch Phänomene wie El Niño und La Niña.
Deshalb betrachten Forschende langfristige Trends über mehrere Jahrzehnte hinweg, um klimatische Veränderungen von natürlichen Schwankungen klar zu unterscheiden.
Was bedeutet das für dich?
Unabhängig von den wissenschaftlichen Details ist ein klarer Trend erkennbar: Die Risiken für Küstenregionen nehmen zu.
- Wärmere Ozeane liefern mehr Energie.
- Niederschläge werden intensiver.
- Sturmfluten wirken stärker durch höheren Meeresspiegel.
Wenn du in einer gefährdeten Region lebst oder dorthin reist, solltest du dich darauf einstellen, dass extreme Wetterereignisse dort häufiger oder intensiver auftreten können.
Der Klimawandel verstärkt bestehende Naturgefahren. Er erzeugt zwar keine Taifune aus dem Nichts, kann jedoch ihre Intensität, Niederschlagsmengen und Auswirkungen deutlich verstärken.
Deshalb wird Klimaanpassung immer wichtiger. Küstenschutz, verbesserte Bauweisen, Frühwarnsysteme und nachhaltige Stadtplanung gewinnen zunehmend an Bedeutung.
Denn während wir die Entstehung von Taifunen nicht verhindern können, können wir sehr wohl beeinflussen, wie gut wir auf sie vorbereitet sind.
Frühwarnsysteme und Katastrophenschutz
Dank moderner Technologie ist es heute möglich, Taifune frühzeitig zu erkennen und ihre Zugbahnen relativ genau vorherzusagen.
Noch vor wenigen Jahrzehnten trafen tropische Stürme viele Regionen nahezu unvorbereitet. Heute analysieren Fachleute Wetterdaten in Echtzeit und geben oft mehrere Tage im Voraus Warnungen heraus. Dadurch gewinnen Behörden wertvolle Zeit, um Schutzmaßnahmen einzuleiten, Evakuierungen zu organisieren und Notfallpläne zu aktivieren.
Doch ein Frühwarnsystem allein reicht nicht aus. Entscheidend ist, wie gut Warnungen kommuniziert werden und wie konsequent Schutzmaßnahmen umgesetzt werden.
Satellitenüberwachung und Wettermodelle
Satelliten liefern rund um die Uhr Daten, die von Meteorologinnen und Meteorologen für präzise Prognosen genutzt werden.
Geostationäre Satelliten beobachten beispielsweise kontinuierlich Wolkenbewegungen, Temperaturverteilungen und Windmuster über den Ozeanen. Dadurch können Fachleute frühzeitig erkennen, wenn sich ein tropisches Tiefdruckgebiet bildet.
Zusätzlich kommen Scatterometer und Mikrowellensensoren zum Einsatz. Diese messen Windgeschwindigkeiten an der Meeresoberfläche und liefern Hinweise auf die Intensität eines Sturms. In manchen Regionen fliegen speziell für Hurrikan- und Taifunforschung ausgestattete Flugzeuge sogar direkt in das Sturmsystem hinein, um Druck- und Temperaturdaten zu erfassen.
All diese Informationen fließen in numerische Wettermodelle ein. Diese berechnen verschiedene Szenarien für die Zugbahn und Intensität. Je mehr Daten verfügbar sind, desto genauer werden die Prognosen.
Allerdings bleibt jede Vorhersage mit Unsicherheiten behaftet. Deshalb veröffentlichen Wetterdienste meist sogenannte „Wahrscheinlichkeitskorridore“, die anzeigen, in welchem Gebiet ein Landfall am wahrscheinlichsten ist.
Warnsysteme und Kommunikation
Eine präzise Vorhersage ist nur dann hilfreich, wenn die Bevölkerung rechtzeitig informiert wird.
Moderne Warnsysteme nutzen mehrere Kanäle gleichzeitig:
- SMS- und Mobilfunkwarnungen
- Radio- und Fernsehdurchsagen
- Sirenensysteme
- Social-Media-Plattformen
- Apps mit Push-Benachrichtigungen
In vielen Ländern gibt es abgestufte Warnstufen. Diese zeigen eindeutig, wie ernst die Lage ist und welche Maßnahmen empfohlen oder angeordnet werden.
Dabei ist eine klare, verständliche Kommunikation entscheidend. Komplexe meteorologische Begriffe sind im Ernstfall wenig hilfreich. Die Menschen müssen konkret wissen: Wann trifft der Sturm ein? Welche Gebiete sind betroffen? Muss ich mein Zuhause verlassen?
Evakuierungsmaßnahmen
Rechtzeitige Evakuierungen retten jedes Jahr Tausende Menschenleben.
Wenn Behörden eine Evakuierung anordnen, dann basiert diese Entscheidung in der Regel auf detaillierten Risikoanalysen. Besonders gefährdet sind Küstengebiete mit Sturmflutrisiko, niedrig gelegene Stadtteile sowie Regionen mit hoher Erdrutschgefahr.
Evakuierungen erfordern eine präzise Organisation:
- Bereitstellung von Transportmitteln
- Einrichtung von Notunterkünften
- Versorgung mit Lebensmitteln und Trinkwasser
- Medizinische Betreuung
Gleichzeitig müssen besonders schutzbedürftige Personen berücksichtigt werden, zum Beispiel ältere Menschen, Menschen mit Behinderung oder Familien mit kleinen Kindern.
Wichtig ist auch deine persönliche Bereitschaft. Wenn du Warnungen ignorierst oder zu spät reagierst, gefährdest du nicht nur dich selbst, sondern auch die Rettungskräfte.
Katastrophenschutz nach dem Landfall
Der Katastrophenschutz endet nicht mit dem Eintreffen des Sturms. Direkt im Anschluss beginnt die Phase der Rettung und Versorgung.
Einsatzkräfte suchen nach Vermissten, sichern beschädigte Gebäude und stellen die Grundversorgung wieder her. Sie reparieren Stromnetze, räumen Straßen frei und überprüfen Trinkwassersysteme.
In besonders schwer betroffenen Regionen kommen zusätzlich internationale Hilfsorganisationen zum Einsatz. Sie liefern Zelte, Medikamente und technische Unterstützung.
Parallel dazu starten Schadensanalysen. Diese sind wichtig, um Wiederaufbauprogramme gezielt zu planen und finanzielle Hilfen bereitzustellen.
Langfristige Vorsorge und Prävention
Neben akuten Maßnahmen ist auch die langfristige Prävention von zentraler Bedeutung.
Dazu gehören:
- Strengere Bauvorschriften für sturmresistente Gebäude
- Ausbau von Deichen und Küstenschutzanlagen
- Wiederherstellung natürlicher Schutzsysteme wie Mangrovenwälder
- Schulungen für Bevölkerung und Behörden
Regelmäßige Notfallübungen verbessern die Reaktionsfähigkeit. Schulen, Unternehmen und öffentliche Einrichtungen trainieren Evakuierungsabläufe, damit im Ernstfall alle wissen, wie sie sich verhalten müssen.
Grundsätzlich gilt: Je besser eine Gesellschaft vorbereitet ist, desto geringer fallen in der Regel Opferzahlen und Schäden aus.
Internationale Zusammenarbeit
Taifune machen an Landesgrenzen nicht halt. Deshalb ist internationale Zusammenarbeit entscheidend.
Wetterdaten werden weltweit geteilt, um möglichst präzise Prognosen zu ermöglichen. Organisationen koordinieren Hilfseinsätze und unterstützen Länder mit begrenzten Ressourcen.
Gerade Entwicklungsländer profitieren von technischer und finanzieller Unterstützung. Moderne Frühwarnsysteme sind zwar mit Kosten verbunden, retten jedoch langfristig viele Menschenleben.
Zusammengefasst
Frühwarnsysteme und Katastrophenschutz bilden das Fundament im Umgang mit Taifunen.
- Satelliten und Modelle ermöglichen präzisere Prognosen.
- Klare Kommunikation sorgt für rechtzeitige Reaktionen.
- Evakuierungen retten Leben.
- Langfristige Prävention reduziert Schäden.
Auch wenn sich Taifune nicht verhindern lassen, können gut organisierte Warn- und Schutzsysteme ihre Auswirkungen deutlich abschwächen.
Das bedeutet für dich: Informiere dich frühzeitig, nimm Warnungen ernst und lerne die Notfallpläne deiner Region kennen. Eine gute Vorbereitung ist im Ernstfall entscheidend für deine Sicherheit.
Historische Taifune mit verheerenden Folgen
Ein Blick in die Geschichte zeigt, welche dramatischen Auswirkungen besonders starke Taifune haben können.
Historische Ereignisse machen die zerstörerische Kraft dieser Stürme deutlich. Gleichzeitig wird deutlich, wie wichtig Frühwarnsysteme, Infrastruktur und Vorbereitung sind. Viele der heutigen Schutzmaßnahmen sind als direkte Reaktion auf vergangene Katastrophen entstanden.
Im Folgenden findest du einige Beispiele, die weltweit Aufmerksamkeit erregt und ganze Regionen nachhaltig verändert haben.
Taifun Haiyan (Yolanda) – 2013
Einer der stärksten jemals gemessenen Taifune war Taifun Haiyan, der auf den Philippinen den Namen "Yolanda" trägt.
Als er im November 2013 auf Land traf, erreichte er Windgeschwindigkeiten von über 300 km/h. Besonders verheerend war jedoch die Sturmflut. In der Stadt Tacloban wurden ganze Stadtteile von meterhohen Wassermassen überrollt.
Tausende Menschen kamen ums Leben, Millionen verloren ihr Zuhause. Die Infrastruktur brach nahezu vollständig zusammen. Flughäfen, Straßen und Kommunikationsnetze wurden massiv beschädigt.
Haiyan gilt bis heute als Wendepunkt in der internationalen Katastrophenhilfe. In der Folge wurden Frühwarnsysteme verbessert und Evakuierungsstrategien überarbeitet.
Taifun Tip – 1979
Ein weiteres außergewöhnliches Ereignis war der Taifun Tip.
Er gilt als der größte jemals aufgezeichnete tropische Wirbelsturm. Sein Durchmesser betrug zeitweise mehr als 2.000 Kilometer. Damit war er größer als viele europäische Länder.
Obwohl er sich zunächst fernab dichter Besiedlung über dem offenen Pazifik entwickelte, traf er später Japan. Auch wenn die Zahl der Opfer im Vergleich zu anderen Katastrophen geringer ausfiel, zeigte dieser Sturm eindrucksvoll, welche Ausmaße ein Taifun annehmen kann.
Taifun Vera – 1959
Der Taifun Vera zählt zu den folgenschwersten Naturkatastrophen in der Geschichte Japans.
Er traf im September 1959 auf die Hauptinsel Honshū. Massive Sturmfluten und heftige Regenfälle führten zu großflächigen Überschwemmungen. Mehr als 5.000 Menschen verloren ihr Leben.
In der Folge investierte Japan massiv in Küstenschutz, Deichbau und Frühwarnsysteme. Viele der heutigen Sicherheitsstandards basieren auf den Lehren aus diesem Ereignis.
Taifun Nina – 1975
Ein besonders tragisches Kapitel schrieb Taifun Nina.
Er traf China im August 1975 und führte neben starken Winden vor allem durch extremen Dauerregen zu einer Katastrophe. Mehrere Staudämme brachen infolge der enormen Wassermengen.
Die resultierenden Flutwellen überschwemmten weite Gebiete. Die Zahl der Todesopfer wird auf mehrere Zehntausend bis über Hunderttausend geschätzt. Nina gilt somit als eine der tödlichsten Taifun-Katastrophen des 20. Jahrhunderts.
Dieses Ereignis verdeutlicht, dass nicht nur Wind und Sturmflut, sondern auch sekundäre Effekte wie Dammbrüche gefährlich sind.
Was wir aus historischen Taifunen lernen können
Historische Taifune zeigen drei zentrale Punkte:
- Sturmfluten sind oft tödlicher als Wind.
Viele der höchsten Opferzahlen entstanden durch plötzlich ansteigende Wassermassen. - Infrastruktur entscheidet über das Ausmaß der Schäden.
Länder mit stabilen Gebäuden, funktionierenden Warnsystemen und klaren Evakuierungsplänen verzeichnen deutlich weniger Opfer. - Vorbereitung rettet Leben.
Nach großen Katastrophen investieren Staaten verstärkt in Schutzmaßnahmen – und genau diese Investitionen zahlen sich langfristig aus.
Die Bedeutung historischer Erfahrungen
Wenn du heute Warnungen hörst oder Evakuierungsmaßnahmen siehst, dann sind diese oft die Folge bitterer Erfahrungen aus der Vergangenheit.
Jede große Katastrophe hinterlässt nicht nur Zerstörung, sondern auch Wissen. So wurden meteorologische Messmethoden verbessert, Bauvorschriften verschärft und internationale Hilfsstrukturen aufgebaut.
Trotz moderner Technik bleibt jedoch eines klar: Taifune gehören zu den mächtigsten Naturereignissen unseres Planeten. Historische Beispiele erinnern uns daran, wie wichtig es ist, diese Kräfte zu respektieren und sich konsequent vorzubereiten.
Wie kann man sich vorbereiten?
In gefährdeten Regionen gehört die Vorbereitung auf Taifune zum Alltag vieler Menschen.
Doch auch wer nicht dauerhaft in einem Risikogebiet lebt, kann von einem Aufenthalt während der Taifunsaison betroffen sein. Eine gute Vorbereitung bedeutet keine Panik, sondern eine klare Planung. Je strukturierter du vorgehst, desto ruhiger kannst du im Ernstfall reagieren.
Die Vorbereitung beginnt lange vor einer offiziellen Warnung. Sie umfasst persönliche Planung, bauliche Maßnahmen und das richtige Verhalten während und nach dem Sturm.
Notfallpläne für Haushalte
Ein gut durchdachter Notfallplan kann im Ernstfall von entscheidender Bedeutung sein.
Zunächst solltest du herausfinden, ob dein Wohnort in einer Überschwemmungs- oder Sturmflutzone liegt. Informiere dich über Evakuierungsrouten und offizielle Sammelpunkte. Diese Informationen stellen die lokalen Behörden meist online bereit.
Ein grundlegendes Notfallset sollte enthalten:
- Trinkwasser für mindestens drei Tage
- Haltbare Lebensmittel
- Taschenlampe und Ersatzbatterien
- Powerbank für dein Mobiltelefon
- Erste-Hilfe-Set
- Wichtige Medikamente
- Kopien wichtiger Dokumente in wasserdichter Verpackung
Du solltest außerdem mit deiner Familie klare Absprachen treffen. Wer übernimmt welche Aufgaben? Wo trefft ihr euch, falls ihr getrennt werdet? Ein fester Kommunikationsplan verhindert Chaos.
Wenn du Haustiere hast, plane auch für sie ausreichend Futter und sichere Transportmöglichkeiten ein.
Schutzmaßnahmen für Gebäude
Sturmsichere Bauweisen reduzieren Schäden erheblich.
Falls du in einer gefährdeten Region lebst, lohnt sich ein Blick auf die bauliche Substanz deines Hauses oder deiner Wohnung. Schon einfache Maßnahmen können viel bewirken:
- Fenster mit stabilen Läden oder Schutzplatten sichern
- Lose Gegenstände im Außenbereich befestigen
- Dachziegel regelmäßig überprüfen
- Regenrinnen und Abflüsse reinigen
Bei starkem Wind können lose Gartenmöbel, Blumentöpfe oder Mülltonnen schnell zu gefährlichen Geschossen werden. Sichere sie deshalb rechtzeitig oder bringe sie ins Haus.
Wenn du neu baust oder renovierst, solltest du auf sturmresistente Bauweisen achten. Verstärkte Dachkonstruktionen, stabile Fensterrahmen und erhöhte Fundamente in Überschwemmungsgebieten erhöhen die Sicherheit deutlich.
Vorbereitung auf Evakuierung
Manchmal ist es sicherer, das eigene Zuhause rechtzeitig zu verlassen. Daher solltest du sowohl mental als auch organisatorisch auf eine Evakuierung vorbereitet sein.
Halte eine gepackte Notfalltasche bereit, die du im Ernstfall sofort mitnehmen kannst. Darin sollten Kleidung, wichtige Dokumente, Hygieneartikel und elektronische Ladegeräte enthalten sein.
Tanke dein Auto frühzeitig voll, wenn ein Sturm angekündigt wird. Warte nicht bis zur letzten Minute. Tankstellen können überlastet oder geschlossen sein.
Wichtig ist auch, offizielle Anweisungen ernst zu nehmen. Wenn Behörden eine Evakuierung empfehlen oder anordnen, geschieht das auf Basis fundierter Risikoanalysen. Wenn du zu lange zögerst, riskierst du nicht nur deine eigene Sicherheit, sondern belastest im Notfall auch die Rettungskräfte.
Verhalten während des Sturms
Während eines Taifuns ist es entscheidend, Ruhe zu bewahren und offiziellen Anweisungen zu folgen.
Bleibe im Gebäude und halte dich in einem möglichst fensterlosen Raum im Inneren des Hauses auf. Meide Glasflächen und Außenwände.
Gehe auch dann nicht nach draußen, wenn es plötzlich ruhig wird. Möglicherweise befindest du dich im Auge des Sturms. Kurz darauf setzen starke Winde aus entgegengesetzter Richtung wieder ein.
Verfolge aktuelle Informationen über Radio, offizielle Apps oder andere zuverlässige Quellen. Verlasse dich nicht auf Gerüchte oder unbestätigte Meldungen in den sozialen Netzwerken.
Nach dem Sturm
Auch nach dem Abzug des Taifuns bestehen noch Gefahren.
Überflutete Straßen können unterspült sein. Herabhängende Stromleitungen bergen ein erhebliches Risiko. Betritt beschädigte Gebäude erst, wenn sie offiziell als sicher eingestuft wurden.
Dokumentiere Schäden für Versicherungszwecke möglichst frühzeitig. Sei bei Aufräumarbeiten vorsichtig und trage Schutzhandschuhe, um Verletzungen zu vermeiden.
Mentale Vorbereitung
Neben materiellen Maßnahmen ist auch deine innere Haltung wichtig.
Wenn du dich frühzeitig informierst und konkrete Schritte planst, kannst du Stress im Ernstfall reduzieren. Angst entsteht oft durch Unsicherheit. Klare Abläufe geben dir Orientierung.
Sprich offen mit deiner Familie über mögliche Szenarien. Besonders Kinder profitieren davon, wenn sie wissen, was im Ernstfall passiert und dass es einen Plan gibt.
Zusammengefasst
Vorbereitung auf einen Taifun bedeutet:
- Risiken kennen
- Notfallpläne erstellen
- Gebäude sichern
- Evakuierungsabläufe vorbereiten
- Während und nach dem Sturm besonnen handeln
Du kannst einen Taifun nicht aufhalten. Doch du kannst beeinflussen, wie gut du auf ihn vorbereitet bist. Und genau diese Vorbereitung kann im Ernstfall über Sicherheit, Schäden und manchmal sogar über Leben und Tod entscheiden.
Taifune verstehen heißt Risiken reduzieren
Taifune lassen sich zwar nicht verhindern, ihr Risiko kann jedoch durch Wissen, Vorbereitung und internationale Zusammenarbeit deutlich reduziert werden.
Wenn du verstehst, wie diese Naturgewalten entstehen und wirken, kannst du Gefahren besser einschätzen. Gleichzeitig zeigen moderne Technologien, dass präzise Vorhersagen Leben retten können.
Letztendlich bleibt jedoch eine zentrale Erkenntnis: Der Mensch kann die Natur nicht kontrollieren, aber er kann lernen, verantwortungsvoll mit ihr umzugehen.
FAQ – Häufige Fragen zum Thema Taifun
Was ist der Unterschied zwischen einem Taifun und einem Hurrikan?
Es gibt keinen
strukturellen Unterschied. Die Bezeichnung hängt nur vom geografischen Entstehungsgebiet ab.
Wie lange dauert ein Taifun?
Ein Taifun kann mehrere Tage bis über eine Woche bestehen.
Seine stärkste Phase dauert oft einige Stunden bis wenige Tage.
Wie gefährlich ist das Auge eines Taifuns?
Im Auge herrscht kurzfristig relative Ruhe. Doch
kurz darauf treffen die stärksten Winde aus entgegengesetzter Richtung ein. Deshalb solltest du niemals
währenddessen nach draußen gehen.
Werden Taifune durch den Klimawandel stärker?
Viele Forschende gehen davon aus, dass die
Intensität besonders starker Stürme zunimmt, da wärmere Ozeane mehr Energie liefern.
Kann man Taifune verhindern?
Nein, man kann sie nicht verhindern. Allerdings kann man durch
Frühwarnsysteme, Schutzmaßnahmen und gute Vorbereitung ihre Auswirkungen deutlich reduzieren.